Du bist Neukunde bei uns und hast schon mal Deutsch gelernt? Oder du möchtest das optimale Sprachniveau für deinen Kurs ermitteln? Mach mit bei unserer kostenlosen Einstufung.

zum Einstufungstest

Typisch österreichisch:
Fakten und Klischees

Berge, Mozart und Wiener Schnitzel – dafür ist Österreich weltweit bekannt und das aus gutem Grund. Aber unser schönes Land geht weit darüber hinaus. Wir räumen mit typischen Klischees auf und zeigen spannende Fun Facts, die Sie vielleicht noch nicht kannten. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die lebendige Kultur Österreichs und beantworten die Frage: Was ist eigentlich so besonders an Österreich?​

Östereicher:innen sprechen einen deutschen Dialekt

Dieses Klischee ist nicht ganz richtig. Zwar ist Deutsch die offizielle Amtssprache, allerdings wird österreichisches Standarddeutsch gesprochen. Eine deutsche Variante, die sich nicht nur in der Grammatik, Aussprache und Rechtschreibung, sondern besonders auch bei zahlreichen eigenen Redewendungen und Wörtern von Bundesdeutsch unterscheidet. Auch innerhalb des Landes variieren die Dialekte von Bundesland zu Bundesland, so dass beispielsweise Wiener:innen oft Schwierigkeiten haben, Vorarlberger:innen zu verstehen. Darüber hinaus sind in bestimmten Regionen auch Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch als Amtssprachen anerkannt.

Tipp: Sie wollen mehr über die österreichische Sprache erfahren oder Ihre Deutschkenntnisse verbessern? Am Österreich Institut bieten wir eine breite Auswahl an Deutschkursen für jedes Sprachniveau von A1 bis C2 – sowohl für Einzelpersonen und Gruppen als auch für Unternehmen.

Kulinarik:
Mehr als Wiener Schnitzel & Bier

Die österreichische Sprache ist jedoch nur ein Aspekt der österreichischen Identität. Mindestens ebenso wichtig – und international noch bekannter – ist die österreichische Küche mit ihren unverwechselbaren Spezialitäten.

Was essen die Österreicher:innen?

Man kennt typisch österreichische Speisen wie Kaiserschmarrn und natürlich das Wiener Schnitzel. Die österreichische Küche bietet allerdings weit mehr als diese jenseits der Grenze bekannten Köstlichkeiten und unterscheidet sich von Region zu Region: Im seenreichen Kärnten findet man viele Fischgerichte, während in Oberösterreich verschiedenste Knödelarten mit Gusto gegessen werden. Die Wiener Küche lebt vor allem von den kulinarischen Traditionen der Zuwanderer aus Kaiserzeiten – das „Ungarische Gulasch“ ist nur ein Beispiel für diese historischen Einflüsse.

Trotz aller regionalen Unterschiede gibt es kulinarische Gemeinsamkeiten, die ganz Österreich prägen. Überall findet man deftige Gerichte aus der Pfanne, herzhafte Suppen und Eintöpfe. Eine weitere österreichweite Besonderheit ist die Tradition, süße Speisen wie Mohnnudeln oder Germknödel auch als Hauptgericht zu servieren – ein Charakteristikum, das Österreich von anderen Ländern unterscheidet. Das verbindendste Element ist aber die „Brettljausn„: Ob im Wiener Heurigen, in der Steirischen Buschenschank oder in der Tiroler Berghütte – überall werden Brotscheiben mit Wurst, Käse und frischer Garnitur auf einem Holzbrett serviert und können zu jeder Tageszeit genossen werden. Diese einfache, aber traditionsreiche Mahlzeit findet man wirklich in allen Bundesländern.

Knödelland Oberösterreich

In diesem Bundesland werden Knödel häufig als Suppeneinlage, Hauptspeise oder Dessert gegessen. Der älteste Knödelfund ist rund 4.000 Jahre alt und kann im Pfahlbaumuseum Mondsee begutachtet werden.

Linzer Torte

Die Linzer Torte kann mit einem besonderen Rekord aufwarten: Ihr Rezept gilt als das älteste überlieferte Rezept für eine nach einer Stadt benannte Torte. Bereits in einem historischen Kochbuch aus dem Jahr 1653 war die süße Spezialität aus Oberösterreich dokumentiert.

Schon gewusst? Was die Österreicher:innen ebenso landesweit verbindet, ist ihre Liebe zum Bier. Mit rund 98 Litern pro Kopf und Jahr gehören sie zu den größten Bierkonsumenten weltweit – nur in Tschechien wird noch mehr getrunken.

Österreich hat eine stark ausgeprägte Kaffeehauskultur

Absolut wahr – nicht nur Bier wird in Österreich gerne getrunken. Besonders in Wien hat der Kaffee mit seiner traditionsreichen Kaffeehauskultur einen festen Platz. Ihren Ursprung nahm diese bereits im 17. Jahrhundert, als nach der zweiten Türkenbelagerung erste Kaffeehäuser eröffnet wurden und sich rasch zu beliebten Treffpunkten für Intellektuelle, Künstler:innen und Literat:innen entwickelten. Daraus entstanden zahlreiche österreichische Kaffeespezialitäten – von der Melange bis zum Einspänner. Bis heute ist Kaffee fester Bestandteil des Alltags, und allein in Wien laden über 1.000 Kaffeehäuser Besucher:innen und Einheimische zum Verweilen ein. Seit 2011 zählt die Wiener Kaffeehauskultur sogar zum Immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe.

Übrigens: Die Wiener Kaffeehäuser sind nicht das einzige UNESCO Weltkulturerbe aus Österreich – auch die Wiener Würstelstände und die Weinviertler Kellerkultur zählen dazu. Weitere Beispiele inkludieren die Semmering-Bahn, den Neusiedlersee, Blaudruck aus dem Burgenland und die Kurstadt Baden.

Sport und Kultur:
Was Österreich bewegt

Die Kultur Österreichs beschränkt sich natürlich nicht allein aufs Kaffeehaus, sondern bietet ein vielfältiges Programm, das von Musik über Film bis hin zu Kunst, Theater und mehr reicht.

Welche Musik hören die Österreicher:innen?

Wer an österreichische Musik denkt, hat meist sofort das Jodeln, den Donauwalzer oder Falcos „Rock Me Amadeus“ im Kopf. Diese Assoziation ist durchaus berechtigt: Das Jodeln ist tief in der alpinen Tradition verwurzelt, Österreich brachte große Komponisten wie Mozart und Strauss hervor, und Falco eroberte als erster deutschsprachiger Künstler die US-amerikanischen Charts.

Doch die österreichische Musiklandschaft ist weitaus vielfältiger, als diese Klischees vermuten lassen – und das gilt sowohl für die Künstler:innen als auch für ihr Publikum. Neben der reichen klassischen Tradition und den volkstümlichen Wurzeln hat sich eine lebendige zeitgenössische Szene entwickelt. Von innovativen Indie-Bands bis hin zu elektronischen Musikproduzent:innen, österreichische Künstler:innen experimentieren heute mit den unterschiedlichsten Stilrichtungen jenseits von Walzer und Volksmusik.

Besonders deutlich wird diese Vielfalt bei den zahlreichen Musikfestivals des Landes. Ob das Donauinselfest in Wien, das Nova Rock Festival oder die Bregenzer Festspiele, Österreich bietet ein breites Spektrum an Musikveranstaltungen, die den vielseitigen Geschmack eines modernen Publikums bedienen.

Österreicher:innen tragen Tracht

Die kulturelle Vielfalt zeigt sich auch in der äußeren Erscheinung der Österreicher:innen. Natürlich trägt niemand tagtäglich und in allen Lebenslagen Tracht, doch zu besonderen Anlässen greift man gerne zur traditionellen Festtagsgarderobe.

Hier gibt es jedoch deutliche regionale Unterschiede, sowohl bei den Anlässen als auch bei der Trachtenkleidung selbst: Während in Wien Dirndl und Lederhosen hauptsächlich zur Wiener Wiesn aus dem Schrank geholt werden, gehört Tracht in ländlicheren Gebieten noch immer selbstverständlich zu Volksfesten, Hochzeiten oder zum wöchentlichen Kirchgang. Die Trachten unterscheiden sich deutlich von Bundesland zu Bundesland, oftmals sind sie außerdem Teil der Arbeitsuniform, vor allem in der alpinen Gastronomie und Hotellerie.

Österreich hat eigene Bräuche

Das stimmt natürlich. Obwohl das Land selbst recht klein ist, wird Brauchtum ganz groß geschrieben. Das Spektrum reicht von fröhlichen Gemeinschaftsaktionen bis hin zu mystischen Winterritualen

Der Maibaum ist wohl eines der bekanntesten Beispiele: Jedes Jahr im Frühling stellen Gemeinden gemeinsam den geschmückten Stamm auf – dabei wird selbstverständlich aufgepasst, dass ihn die Nachbargemeinde nicht stiehlt. Diese spielerische Rivalität gehört ebenso zur Tradition wie das anschließende Fest.

Spektakulärer wird es bei den Perchtenläufen in der Vorweihnachtszeit, wo vermummte Gestalten mit furchteinflößenden Masken und Glocken durch die Straßen ziehen. Ein Schauspiel, das Besucher:innen ebenso fasziniert wie einschüchtert.

Alle Österreicher:innen fahren Ski

Auch sportliche Aktivitäten prägen den Alltag der Alpenrepublik. Das Klischee vom skifahrenden Österreicher hält sich hartnäckig – und wer inmitten der Alpen aufwächst, kommt tatsächlich oft schon früh mit den Brettern in Berührung. Das ist allerdings nicht im ganzen Land so: Laut einer Befragung aus dem Jahr 2019 fahren nur etwa drei der neun Millionen Österreicher:innen regelmäßig Ski oder Snowboard.

Dennoch prägt der Wintersport das österreichische Selbstverständnis. Die Erfolge bei Olympischen Spielen sprechen für sich, und die Übertragungen der Ski-Rennen versammeln regelmäßig Millionen vor den Fernsehern. Ganzjährig hingegen locken die Berge auch zum Wandern – eine Aktivität, die tatsächlich alle Altersgruppen und Regionen verbindet. Bei 70 Prozent Bergland sowie rund 50.000 Kilometern Wanderwegen ist diese Leidenschaft durchaus nachvollziehbar. Am beliebtesten sind jedoch weder Ski- noch Wandersport: Laut den Mitgliederzahlen der Vereine dominiert Fußball mit weitem Vorsprung die österreichische Sportlandschaft.

Gastfreundschaft und Höflichkeit:
Zwischen Grant, Schmäh und Gemütlichkeit

Sind die Österreicher:inenn nett? Hier scheiden sich die Geister. Laut einer Expat-Studie von 2017 landete Österreich auf dem vorletzten Platz der gastfreundlichsten Länder weltweit, nur Kuwait schnitt noch schlechter ab. Zwei Jahre später war das Ergebnis einer anderen Umfrage deutlich positiver: Österreich erreichte immerhin Platz acht von 25 Ländern.

Wiener:innen sind grantig

Vielleicht ist der klassische Wiener Grant – ein besonderer Hang zu Ärger und Missmut – die Ursache für den schlechten Ruf der österreichischen Gastfreundlichkeit. Ganz aus der Luft gegriffen ist dieses Klischee nicht: Schließlich sind die Kellner:innen der Wiener Kaffee- und Gasthäuser für ihre “grantigen” Bemerkungen bekannt.

Ein großer Teil dieser scheinbaren Unfreundlichkeit ist jedoch einfach der Wiener Schmäh – jene besondere Art des Humors, die einen schmalen Grat zwischen Scherz und Beleidigung wandelt, dabei aber keineswegs böse gemeint ist. Was anfangs gewöhnungsbedürftig wirkt, entpuppt sich schnell als liebevolle Eigenart: Nach kurzer Zeit freut man sich sogar, wenn man augenzwinkernd „deppert“ genannt wird. Diese ruppige Herzlichkeit darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Österreicher:innen in anderen Bereichen sehr wohl Wert auf korrekte Umgangsformen legen.

Österreicher:innen legen Wert auf Pünktlichkeit

Pünktlichkeit gehört zu den österreichischen Tugenden, die tatsächlich gelebt werden – besonders im beruflichen Bereich. Wer zu spät kommt, gilt schlichtweg als unhöflich. Im Kontrast dazu steht die vielgerühmte „österreichische Gemütlichkeit“ – jene entspannte Lebenshaltung, die sich bewusst von Hektik abgrenzt. Der berüchtigte „Schlendrian“, also das genussvolle Nicht-Hasten, wird hier zur Tugend: eine Einladung, den Alltag in Ruhe zu genießen und sich Zeit für das Wesentliche zu nehmen – etwa beim Einkehren im Kaffeehaus oder bei der Buschenschank am Land.

Österreicher:innen legen Wert auf ihre Titel

Österreich ist das Land der Bürokratie und der akademischen Titel. Ob Bachelor, Master, Doktor oder Ingenieur – im offiziellen Schriftverkehr werden Titel stets vollständig aufgeführt, und auch im persönlichen Umgang stellen sich besonders ältere Genrationen gerne mit ihren akademischen Würden vor.

Wie absurd diese Titelgläubigkeit werden kann, illustriert der österreichische Autor Robert Seethaler in seinem Roman „Der Trafikant“: Eine Stammkundin trägt stolz den Namen „Frau Dr. Dr. Heinzl“, obwohl sie ihre Titel einzig ihren beiden verstorbenen Ehemännern verdankt und selbst nie studiert hat. Diese leicht übertriebene, aber durchaus glaubwürdige Darstellung spiegelt eine typisch alt-österreichische Mentalität wider, in der akademische Titel einen bemerkenswert hohen Stellenwert genießen.

Tipp: Sie wollen mehr über Land, Leute und Kultur erfahren? Auf unserem Blog finden Sie allerlei Wissenswertes zur Alpenrepublik, inklusive Tipps zum Deutsch lernen.

Das könnte sie noch interessieren

Deutschkurse am Österreich Institut

Ob Einsteiger:innenkurs, Gruppenkurs oder Deutsch für Unternehmen, wir haben den richtigen Kurs für Sie. Mit viel Erfahrung und Feingefühl helfen unsere Kursleiter:innen Ihnen dabei, Ihre Lernziele zu erreichen.

Finden Sie Ihr Sprachniveau

Was bedeuten die Niveaustufen A1 bis C2? Wir helfen Ihnen gerne, das passende Sprachniveau für sich zu finden. Je nach Ihren individuellen Deutschkenntnissen bieten wir auch den passenden Kurs, sowohl online als auch vor Ort an unseren Standorten.

oei logo
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.