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Von Bruckner bis Mozart: Berühmte österreichische Komponisten im Porträt

Alles Walzer und Mozart? Weit gefehlt! Die klassische Musikszene Österreichs hat noch viel mehr zu bieten. Von Klassik über Romantik bis hin zu den experimentellen Klängen der revolutionären Zwölftonmusik und Moderne – wir stellen Ihnen einige der berühmtesten österreichischen Komponisten vor. Musik-Tipps für den perfekten Hörgenuss inklusive!

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)

Kein anderer österreichischer Komponist ist so berühmt – und weltweit bekannt – wie Wolfgang Amadeus Mozart. Ob Eine Kleine Nachtmusik, Die Zauberflöte, Don Giovanni oder das Rondo alla Turca, seine Werke prägten die Musikgeschichte maßgeblich – und begeistern bis heute die Massen mit ihrer unerschöpflichen Fülle an Melodien, die nicht nur von Leichtigkeit, sondern auch von einer teils überraschenden Emotionalität geprägt sind. Bereits im zarten Alter von fünf Jahren komponierte das Wunderkind aus Salzburg seine ersten Stücke, auch Konzertreisen durch ganz Europa mit seinem Vater Leopold gehörten damals schon zum Alltag. Nach seiner Übersiedlung nach Wien 1781 arbeitete Mozart als freischaffender Komponist – und schuf über 600 Kompositionen, von Opern über Konzerte und Symphonien bis hin zu Klaviersonaten und Kammermusik.

Hör-Tipp: Konzert für Klavier und Orchester in A-Dur

Johann Strauss II. (1825–1899)

Als „Walzerkönig“ machte Johann Strauß Sohn den Wiener Walzer weltberühmt – und auch viele weitere seiner Werke, wie etwa die Operette Die Fledermaus, sind bis heute fester Bestandteil des internationalen Konzertrepertoires. Kaum einem anderen Komponisten gelang es, die Wiener Lebensfreude, Eleganz und Tanzlust des 19. Jahrhunderts so perfekt in seiner Musik einzufangen. Kein Silvester in Österreich wäre daher perfekt ohne den unverkennbaren Donauwalzer (An der schönen blauen Donau), zu dem Jung und Alt beschwingt in das neue Jahr tanzen – eine Tradition, die seit Generationen gepflegt wird. Und auch beim weltberühmten Neujahrskonzert darf der Walzer, genau so wie der Radetzkymarsch von Vater Johann Strauß I., auf keinen Fall fehlen.

Hör-Tipp: Ouvertüre aus der Fledermaus

Anton Bruckner (1824–1896)

Von Oberösterreich in die Welt: Obwohl seine Werke bei Kritikern anfänglich auf wenig Gegenliebe stießen, zählt Bruckner mittlerweile zu den bedeutendsten Sinfonikern der Romantik. Geprägt von seinem tief religiösen Umfeld (sein Vater war Pfarrer), beschäftigte er sich schon früh mit kirchlicher Musik und wirkte auch lange Zeit als Organist in Linz und St. Florian. Seine Messen und das Te Deum sind hinlänglich bekannt, doch geprägt ist sein Schaffen vor allem von seinen monumentalen Sinfonien, die Strenge und spirituelle Tiefe mit klanglicher Wucht verbinden – und bereits erste Spuren der Moderne aufweisen.

Hör-Tipp: 4. Symphonie in Es-Dur (“Romantische”), dirigiert von Claudio Abbado

Joseph Haydn (1732–1809)

Der „Vater der Symphonie„, geboren 1732 im niederösterreichischen Rohrau, gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Wiener Klassik. Über 30 Jahre stand Haydn in den Diensten der Fürsten Esterházy und schuf in diesem Zeitraum hunderte Werke, die mit Humor, Erfindungsreichtum und Klarheit bestechen. Auch die klassische Quartettform wurde von ihm begründet. In den 1790er unternahm er mehrere Reisen nach London, die ihn auch auf dem internationalen Parkett bekannt machten – vor allem seine Londoner Symphonien sowie die beiden Oratorien Die Schöpfung und Die Jahreszeiten.

Hör-Tipp: Die Schöpfung

Franz Schubert (1797–1828)

Ob Erlkönig oder Forelle: Mit über 600 Liedern ist der Wiener Franz Schubert der unangefochtene Meister der Liedkunst. Bereits mit zarten 17 Jahren schrieb er das berühmte Gretchen am Spinnrade – und ergänzte sein Oeuvre bis zu seinem frühzeitigen Ableben um tausende Kompositionen unterschiedlichster Art, von Liedern über Symphonien bis hin zu Klavierwerken und Kammermusik. Als Vertreter der Romantik bestechen Schuberts Werke durch eine unverkennbare Lyrik und innige Melodien, zum Teil mit einer stark ausgeprägten Melancholie. Seine Unvollendete Sinfonie und Liederzyklen wie die Winterreise gelten allgemein als Meisterwerke. Wobei an dieser Stelle auch die zahlreichen Impromptus zu erwähnen sind, die den romantisch-melancholischen Stil Schuberts besonders gut verkörpern.

Hör-Tipp: Impromptu No. 4 in Ges-Dur (Vladimir Horowitz im Wiener Musikverein 1987)

Gustav Mahler (1860–1911)

Geboren im böhmischen Kalischt (heute Kaliště, Tschechien), darf Gustav Mahler als einer der ganz Großen bezeichnet werden: Als Komponist trug er mit seinen Werken maßgeblich dazu bei, den traditionellen österreichisch-deutschen Stil in die Moderne zu führen – mit Melodien, die monumentale Klangmassen mit intimer Emotionalität verbinden. Manchmal leicht und umgänglich, teilweise ungestüm, aufgewühlt und beklemmend, begeistern seine zahlreichen Symphonien bis heute die Massen: Prominente Vertreterinnen sind etwa die Auferstehungssymphonie (2. Symphonie) oder die 6. Symphonie (“Tragische”). Neben seinem Schaffen als Komponist galt Mahler als einer der bedeutendsten Dirigenten seiner Generation. Sein Repertoire führte er mit strenger Hand, von 1897 bis 1907 war er außerdem als Direktor der Hofoper in Wien tätig. Die letzten Jahre verbrachte der Komponist in den USA, mit Engagements an der Metropolitan Opera und beim renommierten Orchester New York Philharmonic.

Hör-Tipp: 1. Symphonie (“Titan”) – dirigiert von Pierre Boulez

Arnold Schönberg (1874–1951)

Schönberg gilt als musikalischer Revolutionär – und zählt heute zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Als Begründer der „Zweiten Wiener Schule“ brach er mit der traditionellen Tonalität und entwickelte die sogenannte Zwölftonmusik, die alle bisher bekannten musikalischen Gepflogenheiten auf den Kopf stellte und Generationen von Komponisten beeinflussen sollte. Aber auch als Musiktheoretiker und Lehrer war Schönberg tätig – Alban Berg und Anton Webern zählen mitunter zu seinen berühmtesten Schülern. Aufgrund der schwierigen politischen Situation in Wien emigrierte Schönberg 1933 nach Kalifornien, 1941 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem Verklärte Nacht oder die Oper Moses und Aron, die den Übergang von Spätromantik zu Atonalität und Moderne besonders eindrucksvoll zeigen.

Hör-Tipp: Kammersymphonie Nr. 2

Alban Berg (1885–1935)

Als Schüler Schönbergs war das Schaffen Bergs gleichermaßen von der strengen Zwölftontechnik geprägt, jedoch mit einem ausgeprägten Hang zu spätromantischen Ausdrücken. Nach der Uraufführung seiner Oper Wozzeck 1925 in Berlin wurde er schlagartig berühmt, auch seine zweite große, unvollendete Oper Lulu zählt zu den bedeutendsten Werken der Moderne. Das Erfolgsrezept: emotionale Tiefe, lyrischer Ton und menschliche Dramatik. So gelang es Berg, dass seine Musik trotz moderner Einflüsse und dem Bruch mit musikalischer Tradition einem breiteren Publikum zugänglich blieb.

Hör-Tipp: “Am Brunnen” aus der Oper Wozzeck

Anton Webern (1883–1945)

Auch Webern war ein Schüler Arnold Schönbergs und zählt – wie Alban Berg – zur „Zweiten Wiener Schule“. Seine Werke sind von äußerster Verdichtung geprägt: kurze, prägnante und minimalistisch anmutende Stücke mit einer klaren, pointillistischen Klangsprache. Obwohl sein Lebenswerk mit rund 30 opus-nummerierten Kompositionen verhältnismäßig klein ist,  übte er einen bedeutenden Einfluss auf die Nachkriegs-Avantgarde aus. Auch als Chormeister und Dirigent war Webern tätig – insbesondere Mahlers Werke waren dabei ein fixer Bestandteil seines Repertoires.

Hör-Tipp: Fünf Stücke für Orchester, op. 10

Nicht nur musikalische Hochgenüsse, sondern auch jede Menge Lesestoff gibt es auf unserem Blog zu entdecken: Dort haben wir zahlreiche spannende Beiträge rund um Menschen, Kunst und Kultur in der Alpenrepublik für Sie zusammengetragen. Zum Beispiel einen umfassenden Guide zur österreichischen Küche, spannende Fakten rund um Wiener Kaffeespezialitäten und alles, was man über Brauchtum und Tracht wissen muss. Und praktische Tipps zum Heurigenbesuch geben wir Ihnen auch gleich mit. Viel Spaß beim Schmökern!

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